Vorabnahme: der Termin, der Ärger erspart
Ein Termin vier Wochen vor dem Auszug kostet eine Stunde und erspart regelmäßig die Auseinandersetzung danach.

Was die Vorabnahme leistet
Bei der Vorabnahme wird die Wohnung begangen, während der Mieter noch darin wohnt — üblicherweise vier bis sechs Wochen vor dem Auszug. Festgehalten wird, was bis zur Übergabe noch zu tun ist: welche Mängel der Mieter zu beseitigen hat, welche die Verwaltung übernimmt, was strittig bleibt.
Der Gewinn liegt im Zeitpunkt. Bei der eigentlichen Übergabe ist die Wohnung leer und der Mieter hat den Schlüssel in der Hand — Nachbesserungen sind dann praktisch nicht mehr durchsetzbar. Vier Wochen vorher sind sie eine Selbstverständlichkeit.
Was protokolliert wird
Die Vorabnahme ist kein verkürztes Übergabeprotokoll, sondern eine Mängelliste mit Fristen. Der Zustand der Wohnung wird erfasst, soweit er trotz Möblierung beurteilbar ist — und genau diese Einschränkung gehört vermerkt.
- Festgestellte Mängel mit Foto und Zuordnung zum Raum
- Wer beseitigt was bis wann — mit Datum, nicht mit „zeitnah“
- Was wegen Möblierung nicht beurteilt werden konnte
- Hinweise auf Schönheitsreparaturen, soweit vertraglich geschuldet
- Vereinbarungen über Ablösen von Einbauten
Der Bezug zum Auszugsprotokoll
Bei der Übergabe wird dann abgehakt statt diskutiert: Was bei der Vorabnahme festgehalten wurde, ist entweder erledigt oder nicht. Diese Verbindung ist der eigentliche Wert — und sie funktioniert nur, wenn beide Protokolle auffindbar nebeneinander liegen.
In handovr ist die Vorabnahme deshalb eine eigene Protokollart neben Einzug, Auszug und Mängelbegehung; alle Protokolle einer Wohnung stehen beieinander.
Wann sie sich nicht lohnt
Ehrlicherweise: Bei einem Mietverhältnis über wenige Monate, bei unstrittig gutem Zustand oder wenn ohnehin kernsaniert wird, ist die Vorabnahme ein Termin ohne Ertrag. Sie lohnt sich dort, wo lange gewohnt wurde und Nachbesserungen zu erwarten sind.
Häufige Fragen
Was ist eine Vorabnahme?
Eine Begehung der Wohnung vor dem eigentlichen Auszug, meist vier bis sechs Wochen vorher. Festgehalten wird, welche Mängel bis zur Übergabe noch zu beseitigen sind und von wem.
Ist die Vorabnahme Pflicht?
Nein, sie ist freiwillig und beruht auf Vereinbarung. In der Praxis ist sie für beide Seiten nützlich, weil sie Überraschungen am Übergabetag vermeidet.
Wie lange vor dem Auszug findet sie statt?
Üblich sind vier bis sechs Wochen. Der Zeitraum muss reichen, damit der Mieter festgestellte Mängel noch beseitigen kann.
Ist der Mieter an die Feststellungen gebunden?
Eine Vorabnahme ersetzt die Übergabe nicht; maßgeblich bleibt der Zustand bei der Schlüsselrückgabe. Als Beweismittel über den Zustand zum Zeitpunkt der Vorabnahme ist das Protokoll aber aussagekräftig.
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